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Neues von den Neuschotten im Urlaub auf Cape Breton

Neues von den Neuschotten im Urlaub auf Cape Breton

Nun haben wir schon Ende August, d.h., dass wir schon seit 4 Wochen als permanent residents in Kanada sind! Ist das zu fassen! Wir haben so viel geschafft in dieser Zeit und haben dennoch den wundervollen Nova Scotia Sommer genießen können. Das Wetter ist herrlich, das Meer erfrischend, die Strände nicht so voll und die Leute freundlich. Als wir letzte Woche Oma vom Flughafen Halifax abholten bekamen wir so ein ganz komisches Gefühl. Normalerweise sind ja 2-3 Wochen die gängige Urlaubsspanne für Kanada. Theoretisch wäre also jetzt unser Rückflug angesagt gewesen. Stattdessen haben wir unsere Oma abgeholt, damit sie bei uns Urlaub machen kann. Wir waren sehr froh, sie zu sehen und dass wir nicht zurück fliegen mussten!

Als Permanent Residents kommen wir in den Genuss vieler Vorteile, sei es bei der Jobsuche, dem Autokauf, der Krankenkasse,… wir sind so froh und dankbar, dass wir über den Express Entry gekommen sind! Wir haben kaum Einschränkungen in Bezug auf Jobs, wir könnten uns sogar selbstständig machen.

Unseren Container durch den Zoll zu holen war eine reine Formsache von wenigen Minuten. Wieder zahlte es sich wohl aus, dass uns unser beauftragtes Unternehmen gut vorbereitet hatte und wir alle Unterlagen ordentlich beieinander hatten. Der Container wurde auf unseren Wunsch hin kurzfristig an einem Samstag geliefert, es lief alles reibungslos! Wir hatten nicht damit gerechnet, dass das Unternehmen noch Helfer schickt und hatten selbst noch über Freunde Hilfe geholt, sodass wir am Ende 6 Leute zum Entladen unseres 20 Fuß Container hatten. 30 Minuten hat das Entladen gedauert, wir mussten nur ansagen, was wohin gepackt werden sollte. Wir hatten gut zu tun mit unserer Liste, aber da wir uns schon vorher markiert hatten, welche Kiste mit ins Ferienhaus sollten (die mit Lego natürlich!), ging auch das zügig. Und wir hatten uns so viele Gedanken gemacht!

Am Montag sind wir zu der neuen Schule der Jungs gefahren, um mit dem Schulleiter zu sprechen und einen kleinen Rundgang zu machen. Der Schulleiter war sehr geduldig und freundlich, die Räumlichkeiten hell und äußerst gut ausgestattet. Nach diesem Termin waren wir alle sehr erleichtert, besonders, weil unser Großer wohl nicht der Einzige sein wird, der noch nicht perfekt Französisch spricht. Ja, Nova Scotia ist überwiegend englischsprachig, aber wir haben uns bewusst für die französischsprachige Schule entschieden.

Lake Ainslie,Cabot Trail

Nun sind wir auf Cape Breton Island im Norden Nova Scotias, um Oma unseren geliebten Cabot Trail zu zeigen. Wir wandern, planschen und fahren den Trail. Letzte Sommertage bevor der kanadische Arbeits- und Schulalltag beginnt. Puhhhh. Aber noch sind die Tage warm, das Meer so erfrischend, die Strände nicht so voll und die Menschen freundlich…

A bientôt, bonnes vacances!

Goodbye Hamburg, hello Nova Scotia!

Goodbye Hamburg, hello Nova Scotia!

Hafen von Lunenburg, Nova Scotia

Komm wir fahren nach … Nova Scotia, Kanada!

…sagte mein Mann 2016. Was? Wohin? Schottland kennt man ja vielleicht noch, aber Neu-Schottland, was Nova Scotia auf Deutsch bedeutet? Als mein Mann mir diese Reise vorschlägt höre ich plötzlich nur noch Dudelsack und denke an Whiskey. Beides gibt es übrigens wirklich in Hülle und Fülle in dieser wunderschönen Provinz, die auch von den französischsprachigen Akadiern (Siedlern aus Nordfrankreich im 17. Jahrhundert) maßgeblich geprägt ist. Nova Scotia ist eine der drei Atlantikprovinzen Kanadas und daher eine der ersten Landstriche Kanadas, die von Europäern besiedelt wurde. Im Vergleich zu anderen Provinzen wie beispielsweise Québec ist sie wiiiinzig klein, und mit ca. 17 Einwohnern/km² nur dünn besiedelt.

Cabot Trail, Cape Breton Island, Nova Scotia

 Nova Scotia ist quasi eine Halbinsel im Atlantischen Ozean und flächenmäßig die zweitkleinste Provinz Kanadas – das bedeutet (laut Wikipedia): kein Ort ist weiter als 56 km vom Meer entfernt. Noch Fragen?

That’s the place to be, eh?

Romantische Fischerorte, frische Meeresluft, menschenleere, saubere Strände, Wald und Elche, eine Landschaft wie eine Mischung aus Skandinavien und der Mittelmeerküste, gemäßigtes Klima, dazu eine (kinder!)freundliche Bevölkerung und: kein Stau.

Wer hätte nicht gern mal wieder einen richtig schönen Sommer mit Temperaturen bis zu 30 Grad an der South Shore von Nova Scotia? Oder einen richtigen Winter mit Schnee?

Eine Reise nach Kanada war ein lang gehegter Traum. Eigentlich wollte ich schon mit 12 nach Prince Edward Island (wegen Anne of Green Gables von Lucie Maud Montgomery), und im Studium belegte ich sofort die Canadian Literature Seminare. Aber erst im Sommer 2016 klappte es endlich mit der ersehnten Reise nach Nova Scotia, der kleinen Atlantikprovinz, ca. 6 Flugstunden von Deutschland entfernt.

Lunenburg, Nova Scotia

Warum Nova Scotia? Ehrlich gesagt lag diese östliche Provinz zunächst nicht auf unserer To See Liste, erst das gute alte Fernsehen hat uns darauf gebracht, dorthin zu fahren. Yep, schuldig! Wir haben mit größtem Vergnügen die Sci-fi Serie „Haven“ geguckt, die manchmal noch auf den bekannten Streamingservices läuft. Vor allem die wunderschöne Natur und der Charme der Kleinstadt in der Serie haben uns fasziniert (die Handlung war auch ok).

 

Das berühmte Grey Gull aus der Serie Haven

Während die Serie eigentlich in Maine in den USA spielt wird größtenteils in Lunenburg Country, Nova Scotia gedreht. Mein Mann fand online die Original-Drehorte, kümmerte sich um Flugtickets bei Icelandair, die just in diesem Jahr relativ bezahlbar waren, buchte ein Canadream Wohnmobil über Canusa und schon ging es im Sommer auf die große Reise. Mit zwei kleinen Kindern. Der Urlaub war der absolute Hammer, so viel sei schon mal verraten. Wir werden hier später noch mehr davon erzählen und Euch unsere Reisetipps – besonders wenn Ihr mit Kindern reist – verraten, da Kanada wirklich ein tolles Reiseziel mit Kindern ist.

So far so good!

Aber gleich Deutschland den Rücken kehren? Hmmm… Eigentlich geht es uns doch gut hier in unserem maritimen Hamburg. Aber das „Tor zur Welt“ mit seinem großen Hafen lässt uns immer wieder von der Ferne träumen, wenn wir so den großen Pötten hinterher schauen. Vielleicht ist es weniger der Wunsch, Deutschland den Rücken zu kehren, als nach Kanada zu ziehen. Uns treibt weniger der Unmut über die Zustände, noch weniger die Not (zum Glück!) nach Kanada zu gehen, sondern mehr unser Verlangen nach der wundervollen Natur und den liebenswerten Menschen in der Provinz Nova Scotia. Außerdem möchten wir unseren Jungs ( 6 und 3 Jahre alt) die Möglichkeit eröffnen, die beiden Landessprachen Englisch und Französisch zu erlernen. Das Tor zur Welt steht uns offen, eine Rückkehr nach Haus in den Heimathafen ist möglich, warum sollten wir es nicht jetzt wagen? In 4 oder 5 Jahren wären wir tatsächlich zu alt für den Express Entry, dieses recht wählerische Einwanderungsprogramm, in dem es möglichst viele Punkte zu erhaschen gilt. Und je jünger Du bist wenn Du Dich bewirbst, desto mehr Punkte bekommst Du für Dein Alter. (Dafür können wir alten Knacker mit Ausbildungen, Studienabschlüssen, mehrjähriger Berufserfahrung und eben auch Sprachkenntnissen punkten, aber ab einem gewissen Alter bekommt man halt weniger Punkte).

Peggy’s Cove Leuchtturm, Nova Scotia

Nach längeren Auslandsaufenthalten in den USA und Frankreich in meiner Jugend (lang, lang ist es her) ist nun ENDLICH Kanada unser erklärtes Ziel. Warum wir denn nun gleich „dahin“ ziehen wollen, werden wir ständig von Familie und Freunden gefragt. Na, is doch ganz klar: Weil es hier so viele Leuchttürme gibt, besonders den legendären Peggy’s Cove am wunderschönen Lighthouse Trail. 🙂 Ts, als wenn man abends auf der Couch einfach mal so den Entschluss fassen würde… Dank einschlägiger Auswanderungssendungen im TV denken wohl viele Mitbürger, dass Auswandern einfach nur aus Kofferpacken und One-Way-Ticket bestünde. Hahahahaha. Leider ist es nicht ganz so einfach.

Kanada ist sicherlich nach wie vor ein beliebtes Reiseziel für Deutsche, aber wir erfuhren auf unserem Weg zur permanent residency von Fachleuten, dass es in den letzten Jahren immer weniger Auswanderer aus Deutschland gibt. Deshalb war es für uns auch relativ schwierig, Informationen von Auswanderern aus Deutschland nach Kanada zu bekommen, besonders von denjenigen, die den Weg über den neuen Express Entry gegangen sind. Wir haben uns mühsam durch allerlei internationale Foren gelesen und letztendlich externe Hilfe angenommen, da wir aufgrund unserer Qualifikationen und des hohen Alters (ja ja…) mit der Fülle an Programmen schlichtweg überfordert waren. Aber dazu später mehr hier im Blog. Hier werdet Ihr unsere Tipps fürs Auswandern nach Kanada, speziell Nova Scotia, erhalten, uns quasi live bei unserer Auswanderung begleiten – allerdings ohne Fernsehteam, dafür mit Rat und, falls gewünscht, Videos. Hier werden wir über folgende Punkte informieren und beraten:

Express Entry
– Sprachtests (IELTS, TEF)
– Representative/Einwanderungsberaterin
– Medical Examination
– Travel History
– Address History
– Proof of Funds
u.v.m.!

Falls Ihr „nur“ mal im Urlaub nach Nova Scotia fahren wollt, werdet Ihr hier bei uns auch fündig, besonders wenn Ihr Kinder an Bord habt. Ahoi!

Bist Du ein Kellerkind? Nein? Falls Du planst, in Kanada zu leben, zu arbeiten oder zu studieren wirst Du vorher eventuell einige Zeit im Keller/auf dem Dachboden/… verbringen – je nachdem, wo Du wichtige Dokumente Deines Lebens aufbewahrst. Wenn Du noch jung bist gratulieren wir Dir herzlich, denn dadurch wird dieser Punkt für Dich vielleicht nicht ganz so intensiv, wie für uns alten Leute. Mit Ü40 sammelt sich ja nunmal so einiges an, manches wird auf Umzügen weg geschmissen oder verloren, und obwohl wir unsere Unterlagen einigermaßen geordnet hatten (also, jedenfalls für uns war da ne gewisse Ordnung) überraschte uns das Einwanderungsprogramm Express Entry immer wieder mit seinem Durst nach Informationen über uns, von denen wir niemals gedacht hätten, dass die mal relevant wären… Ein Beispiel? Die Travel History: Die Reisehistorie. Du reist gern? Rucksacktourist durch Europa/Südamerika/Asien? Noch vor Facebook und Co.? Glückwunsch!! Wir verabschieden uns an dieser Stelle von Dir für die nächsten Wochen in Deinen Keller/Dachboden/… und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen… Die kanadische Einwanderungsbehörde (Canadian Immigration and Citizenship, kurz CIC) möchte Dich vor einer eventuellen Einreise bzw. Einwanderung nämlich gern sehr gut kennen lernen, verständlicherweise. Demnach bist Du – zumindest beim Express Entry – dazu aufgefordert, ALLE (ja, alle!) Reisen Deines Lebens seit dem 18. Geburtstag aufzulisten, mit exaktem Ankunfts- und Abreisedatum…

I am Canadian

Das schreckt Dich nicht? Fantastisch. Dann bleibt am Ball bis zum nächsten Eintrag. Und such schon mal Deine Pässe…ja, auch die alten! 🙂

 

Umzug nach Kanada

Der große Tag29. Juli 2018
Goodbye Hamburg!
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