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Von Peggy’s Cove nach Lunenburg – Wohnmobiltour an der South Shore von Nova Scotia

Von Peggy’s Cove nach Lunenburg – Wohnmobiltour an der South Shore von Nova Scotia

Wohnmobiltour durch Nova Scotia – South Shore: Von Peggy’s Cove nach Lunenburg

Foggy Peggy's Cove
Peggy’s Cove im Nebel

Am 2. Tag unserer Wohnmobiltour durch Nova Scotia fuhren wir entlang der wunderschönen South Shore vom legendären Peggy’s Cove nach Lunenburg. Ja, Ihr habt richtig gelesen und wir haben uns nicht verschrieben! Lunenburg und Lüneburg sind zwei verschiedene Orte. 😉

Kaum angekommen, schon gefangen in „Haven’s“ berühmten Nebel!

Nach einer eher kurzen ersten Nacht im Wohnmobil waren wir alle recht früh wach. Das gab uns die Möglichkeit, einmal in Ruhe den Campingplatz von Peggy’s Cove zu erforschen. Aber da war er wieder, dieser unglaubliche Nebel! Wie eine Glocke legte er sich über die Umgebung und umgab alles mit einer seltsamen Ruhe. Da wir abends auch im Nebel angekommen waren konnten wir nur mutmaßen, wie groß der Campingplatz war und es war immer wieder merkwürdig und lustig, wenn quasi aus dem Nichts andere Campingplatzbesucher auftauchten. Wir fühlten uns ein wenig wie in der Sci-Fi Serie „Haven“, wo sich ja auch ständig seltsame Dinge zutragen. In einigen Folgen ist die fiktive Stadt „Haven“ von einem ominösen Nebel von der Außenwelt abgeschlossen, und genau so sah es nun an unserem ersten Morgen auf dem Campingplatz in Peggy’s Cove in Nova Scotia aus. Waren wir etwa schon mitten drin in den „Unruhen“? Ahhhhhh!

Fog South Shore Nova Scotia
Nebel an der South Shore Nova Scotias

Nach einem kurzen Spaziergang zum Wasser und dem kleinen Spielplatz gab es erst einmal ein leckeres Frühstück. Wir aßen Bagels mit Frischkäse und Marmelade und tranken erstmal einen leckeren Kaffee. Danach machten wir uns in Ruhe fertig, WoMo abklemmen, Abwassertank leeren und auf ging es ins nahegelegene Peggy’s Cove. Es bestätigte sich die Weisheit, wer früh kommt, hat mehr davon. Wohl dem, der kleine Kinder hat und früh aus der Koje geworfen wird.

Mit dem Wohnmobil zu Peggy’S Cove Lighthouse

Viel ist über diesen magischen Ort, das Wahrzeichen – der Leuchtturm von Peggy’s Cove – schlechthin von Nova Scotia geschrieben worden, aber man muss es selbst erlebt haben, um es in seiner ganzen Wirkung und Schönheit zu erfahren. Über kleine verwunschene Straßen kamen wir auf dem Parkplatz an. Und da stand er. Rot-Weiß, auf den Felsen über dem Meer.

Peggy’s Cove Lighthouse@virtual-language-lighthouse

Absolut ruhige See und der mittlerweile bekannte Nebel gaben dem Ganzen noch etwas zusätzlich Mystisches. Nahezu noch allein konnten wir dieses Naturschauspiel voll und ganz auf uns wirken lassen. Selbstverständlich kletterte unser Großer gleich erstmal über die Felsen, gefolgt von dem Kleinen, wobei es für ihn noch sehr mühevoll war. Ausgelassen liefen nun alle zum Leuchtturm, um ihn einmal anzufassen und natürlich auch die obligatorischen Fotos zu machen. Nur eines trübte etwas die Stimmung. Das Postoffice hatte leider nicht auf, sodass wir keine Karten nach Deutschland schicken konnten. Egal, ein kleiner Besuch im Souvenirshop entschädigte uns und nach ca. 2 Stunden machten wir uns wieder auf den Weg. Weiter in Richtung Lunenburg.

Das “Grey Gull”

Glücklich und zufrieden machten wir uns nach einem kleinen Snack auf den Weg. Die Straße, die legendäre Lighthouse Route, schlängelte sich wunderbar am Meer vorbei, immer wieder gab es kleine Buchten, einsame Strände und tolle Ausblicke zu sehen. Wir fanden es wirklich sehr praktisch, dass an den Buchten eigentlich immer auch ein Parkplatz oder Viewpoints vorzufinden waren, wo wir ganz bequem mit unserem großen Wohnmobil parken konnten. Und wer im Sommer schon mal an den deutschen Küsten unterwegs war, den wird erfreuen, dass die Strände kaum besucht und die Parkplätze umsonst waren… Ein Träumchen! Hinter dem Ort Hubbards ging es dann weiter am Meer entlang. Und endlich, endlich waren wir da.

Da stand es. Das Haus, mit dem alles angefangen hat.

DAS GREY GULL – HAVEN’S BEST RESTAURANT AND BAR

Wir hatten es tatsächlich gefunden. Als eingefleischte Havenities (Fans der Serie „Haven“) wurde für uns ein Traum war. Dieser unglaubliche Ort, diese fantastische Lage direkt am Meer. Man konnte förmlich spüren, wie die „Unruhen“ auch hier ihr Unwesen trieben. Gebannt standen wir eine gefühlte Ewigkeit da und ließen es einfach auf uns wirken. Wie die Protagonisten der Serie hier einen Teil ihres „täglichen Lebens“ verbrachten. Und zu unserer Verwunderung war es tatsächlich zu verkaufen. Schon begannen wir zu träumen, wie es wohl wäre auf dem Deck zu sitzen und auf das Meer zu blicken. Morgens mit einer Tasse Kaffee in der Hand den Tag entspannt zu starten. Bei einem weiteren Besuch im Oktober 2017 durften wir sogar in unser Traumhaus rein, aber dazu mehr in einem anderen Beitrag. 😉

Haven’s Grey Gull: What a view!

Leider geht jeder Traum mal zu Ende, also alle wieder rein ins Wohnmobil und schweren Herzens fuhren wir weiter. Aber unsere Laune steigerte sich schnell wieder, als wir nur wenige Kilometer weiter an einen wunderschönen Strand kamen: Bayswater Beach Provincial Park. Auf dem Parkplatz, der genügend Platz für unser Schlachtschiff hatte, nutzten wir wieder die uns gegebenen Möglichkeiten, sich im WoMo umzuziehen und schon waren wir in den Fluten. Herrlich, eine äußerst willkommene Abwechslung.

CHESTER – oder Haven? – in Nova Scotia

Nachdem wir wieder im Wohnmobil waren und uns landfein gemacht hatten, ging es weiter auf unserer Tour durch Nova Scotia nach Chester. Im Chester Visitor Information Center (http://www.chestertourism.ca) half uns eine nette junge Dame, die Drehorte von „Haven“ zu finden. Hier wurden nämlich große Teile der Serie gedreht und es war interessant zu sehen, wie sich die Drehorte in die einzelnen Folgen einfügten. Das Kino, das Café, die Redaktion des „Haven Herold“ etc. Interessierte können sich gern Originalfotos vom Dreh der Serie „Haven“ auf der Webseite „Musik-Side“ von Fotograf Klaus Langner (https://musik-side.de/) unter der Rubrik „Haven“ (Passwort *HavenFamily*) anschauen. Klaus hatte das große Glück, den Stars der Serie ganz nah kommen zu können. Vorbeischauen lohnt sich!

Das Kino in Haven
Der Pavillion in Haven, ähm Chester
Relax in Chester, Nova Scotia

An sich ist Chester ein gemütliches kleines Städtchen, etwas verschlafen, aber unheimlich liebenswert. An der Marina verweilten wir eine Weile und beobachteten das „geschäftige Treiben“ der Segler und Motorbootfahrer.

Mit dem Wohnmobil nach Mahone Bay

Am frühen Nachmittag verließen wir dann Chester und fuhren mit unserem Wohnmobil weiter der Lighthouse Route folgend in Richtung Mahone Bay (https://www.mahonebay.com), bekannt für seine drei prägnanten Kirchen (The Three Churches).

The Three Churches of Mahone Bay, Nova Scotia

Geparkt direkt vor einer dieser Kirchen – wir können eigentlich noch immer gar nicht fassen, dass die Parkplatzsituation so entspannt ist! – schlenderten wir in Richtung „Downtown“. In Mahone Bay finden sich viele niedliche Shops, in denen wir handgemachte, individuelle Mitbringsel und Souvenirs kaufen konnten. So langsam bekamen wir Hunger und deshalb gingen wir zu JoAnn’s Deli Market Bakeshop (www.joannsdelimarket.ca). Ein Gourmet Bio-Deli Tempel mit allerlei kreativen Leckereien, die Auswahl fiel uns schwer! Wir entschieden uns endlich für ein Sandwich (was überhaupt kein Ausdruck für die Geschmacksexplosion ist), die Kinder bekamen Eis aus der „I.C.U.“ – augenzwinkernd wird hier die englische Abkürzung für Intensivstation verwendet, um auf der „Eisnotfallstation“ seinem Eis-Mangel auszugleichen. Einen besseren Ort zur Genesung kann man sich wohl kaum vorstellen. Nach der Stärkung auf Joanns „Intensivstation“ besichtigten wir noch eine der Kirchen, die St. John’s Lutheran Church (die weiße, mittlere der drei Kirchen), in deren Innenraum uns eine wohlige Kühle umgab und wo wir uns an den atemberaubenden, äußerst kunstvoll gestalteten Kirchenfenstergläsern, die von biblischen Geschichten erzählen, erfreuten. Nach dem geschäftigen Treiben in dem liebenswerten Mahone Bay kamen wir hier alle zur Ruhe und konnten uns auch spirituell gestärkt wieder auf den Weg machen.

St. John’s Lutheran Church in Mahone Bay
Bleiglasfenster St. John’s Lutheran Church, Mahone Bay

Mit dem Wohnmobil nach LUNENBURG

Und so kamen wir am späten Nachmittag in Lunenburg / HAVEN an. Lunenburg dient in der Serie als fiktive Stadt Haven. Die typische Silhouette mit den Holzhäusern vom Wasser aus gefilmt ist schon etwas Besonderes. Nun blieb eigentlich nur noch die Frage, ob wir auf dem Campingplatz noch eine Stellfläche finden? Da wir uns nicht an eine vorher angefertigte Reiseroute halten mochten, hatten wir bewusst auf Reservierungen verzichtet. Was für ein Abenteuer! Ohne Reservierungen und Buchungen mit dem Wohnmobil durch Kanada. Aber tatsächlich ist das in Nova Scotia gar nicht soooo ungewöhnlich und so gab es glücklicherweise auch am gut besuchten und sehr gepflegten Campground Lunenburg Board of Trade einen Stellplatz (http://www.lunenburgns.com/campground/ ). Hier konnten wir unser Wohnmobil abstellen, anschließen und hatten sogar noch die Möglichkeit, zu Fuß die Stadt zu erkunden, da der Campingplatz direkt an der Stadt liegt. Puuuhhh ganz schön bergig hier. Das hat uns keiner gesagt, dass es hier steiler als in manchen Bergregionen ist. Auf dem Weg zur Wharf kamen wir an einem äußerst interessanten Haus vorbei. Die Ironworks Distillery (www.ironworksdistillery.com).

Ironwork’s Destillery in Lunenburg, Nova Scotia

Eine kleine, privat geführte Brennerei von sehr anspruchsvollen Likören verschiedenster Geschmacksrichtungen, Gin und Rum. Weiter ging es dann zum Hafen und in die umliegenden Straßen. Da es selbst am frühen Abend noch sehr warm war, führte kein Weg am Eisladen vorbei. Eine große Auswahl verschiedenster Sorten machte uns die Entscheidung nicht gerade leicht, aber schlussendlich hatte jeder seinen Favoriten im Becher bzw. in der Waffel. Ein wenig abgekühlt schlenderten wir langsam zurück zum Campingplatz (natürlich nur bergauf ) und ließen den Abend bei Grillfleisch und Salat ausklingen. Natürlich kamen wir nicht daran vorbei, den Himbeerlikör zu probieren.

Noch einmal erinnerten wir uns an das am heutigen Tage Erlebte und Gesehene. Bald kehrte Ruhe ein und wir sahen neuen Abenteuern am nächsten Tage entgegen.

Warum heißt Lunenburg eigentlich Lunenburg? Und warum sind die Straßen hier so schnurgerade, und das obwohl die Stadt auf einem Berg liegt? Und was macht man eigentlich, wenn der riesige Wohnwagen plötzlich eine steile Abbiegung nehmen muss? All diesen Fragen gehen wir im nächsten Beitrag nach.

Auswandern nach Kanada – Wie alles begann

Auswandern nach Kanada – Wie alles begann

Die Serie „Haven“ und ihre (Auswanderungs-) Konsequenzen

Im Winter 2014/15 waren wir gefesselt von der Serie Haven, und fragten uns, wo diese eigentlich gefilmt wurde. Nach einer kurzen Recherche im Internet fanden wir heraus, dass die Dreharbeiten in Atlantic Canada statt fanden. Gebannt von den großartigen Landschaftsaufnahmen wuchs in uns schon bald der Wunsch heran, die Originalplätze einmal zu besuchen. Aber wo genau wurde eigentlich gedreht?

Lunenburg in Nova Scotia war einer der Schauplätze, die leicht zu finden waren, aber alles andere gestaltete sich als etwas komplizierter. Die Suchergebnisse im Internet waren nicht ganz klar, aber schließlich schaffte ich es, das berühmte Restaurant der Serie, das „Gray Gull“, zu finden (siehe Beitragsfoto). Nun war ich Feuer und Flamme und schickte meiner Frau ein Bild aus der Vogelperspektive von einer großen Suchmaschine mit der Frage „Wo und was ist das?“, welche sie mir schnell beantworten konnte. Und dann machten wir die alles verändernde Entscheidung, DORTHIN zu gehen:

RV tour durch Nova Scotia

Haven
The „Gray Gull“ from „Haven“ – Auswandern nach Nova Scotia-

Der nächste Schritt war es, die Reise zu organisieren. Im Sommer 2015 fing ich an, günstige Flüge nach Halifax und Reisemöglichkeiten durch Nova Scotia zu suchen. Schnell fand ich einige Flüge und ich kontaktierte auch eine große, spezialisierte Reiseagentur für Nordamerika und Kanada. Diese unterbreitete die ersten Angebote.

Ein persönliches Beratungsgespräch in der Reiseagentur brachte schnell Klarheit: Es sollte eine Wohnmobiltour werden, da diese gerade mit Kindern so flexibel ist und wir keinen Stress damit haben wollten, jeden Tag ein Motel oder Bed and Breakfast erreichen zu müssen. Gesagt, getan! Nach einer kurzen Beratung entschieden wir uns spontan, eine 17-tägige Reise für den Sommer 2016 zu buchen. Falls Ihr Euch für eine solche Reise nach Nova Scotia interessiert, empfehlen wir, auch selbst nach günstigen Flügen zu schauen, um die Kosten zu reduzieren. Wir entschieden uns für Icelandair, da diese Fluglinie günstigere Flüge anbot als andere Airlines. Dies war kein Problem für die Reiseagentur und nach nur 1,5 Stunden war die Reise gebucht!

Falls Ihr Fragen zu Flugreservierungen und Campingreisen in Nova Scotia habt, schreibt einfach ein Kommentar. Wir freuen uns, Euch vielleicht helfen zu können.

Übrigens: Diese Webseite hat (bislang) keine Werbeanzeigen oder Affiliates.

Goodbye Hamburg, hello Nova Scotia!

Goodbye Hamburg, hello Nova Scotia!

Hafen von Lunenburg, Nova Scotia

Komm wir fahren nach … Nova Scotia, Kanada!

…sagte mein Mann 2016. Was? Wohin? Schottland kennt man ja vielleicht noch, aber Neu-Schottland, was Nova Scotia auf Deutsch bedeutet? Als mein Mann mir diese Reise vorschlägt höre ich plötzlich nur noch Dudelsack und denke an Whiskey. Beides gibt es übrigens wirklich in Hülle und Fülle in dieser wunderschönen Provinz, die auch von den französischsprachigen Akadiern (Siedlern aus Nordfrankreich im 17. Jahrhundert) maßgeblich geprägt ist. Nova Scotia ist eine der drei Atlantikprovinzen Kanadas und daher eine der ersten Landstriche Kanadas, die von Europäern besiedelt wurde. Im Vergleich zu anderen Provinzen wie beispielsweise Québec ist sie wiiiinzig klein, und mit ca. 17 Einwohnern/km² nur dünn besiedelt.

Cabot Trail, Cape Breton Island, Nova Scotia

 Nova Scotia ist quasi eine Halbinsel im Atlantischen Ozean und flächenmäßig die zweitkleinste Provinz Kanadas – das bedeutet (laut Wikipedia): kein Ort ist weiter als 56 km vom Meer entfernt. Noch Fragen?

That’s the place to be, eh?

Romantische Fischerorte, frische Meeresluft, menschenleere, saubere Strände, Wald und Elche, eine Landschaft wie eine Mischung aus Skandinavien und der Mittelmeerküste, gemäßigtes Klima, dazu eine (kinder!)freundliche Bevölkerung und: kein Stau.

Wer hätte nicht gern mal wieder einen richtig schönen Sommer mit Temperaturen bis zu 30 Grad an der South Shore von Nova Scotia? Oder einen richtigen Winter mit Schnee?

Eine Reise nach Kanada war ein lang gehegter Traum. Eigentlich wollte ich schon mit 12 nach Prince Edward Island (wegen Anne of Green Gables von Lucie Maud Montgomery), und im Studium belegte ich sofort die Canadian Literature Seminare. Aber erst im Sommer 2016 klappte es endlich mit der ersehnten Reise nach Nova Scotia, der kleinen Atlantikprovinz, ca. 6 Flugstunden von Deutschland entfernt.

Lunenburg, Nova Scotia

Warum Nova Scotia? Ehrlich gesagt lag diese östliche Provinz zunächst nicht auf unserer To See Liste, erst das gute alte Fernsehen hat uns darauf gebracht, dorthin zu fahren. Yep, schuldig! Wir haben mit größtem Vergnügen die Sci-fi Serie „Haven“ geguckt, die manchmal noch auf den bekannten Streamingservices läuft. Vor allem die wunderschöne Natur und der Charme der Kleinstadt in der Serie haben uns fasziniert (die Handlung war auch ok).

 

Das berühmte Grey Gull aus der Serie Haven

Während die Serie eigentlich in Maine in den USA spielt wird größtenteils in Lunenburg Country, Nova Scotia gedreht. Mein Mann fand online die Original-Drehorte, kümmerte sich um Flugtickets bei Icelandair, die just in diesem Jahr relativ bezahlbar waren, buchte ein Canadream Wohnmobil über Canusa und schon ging es im Sommer auf die große Reise. Mit zwei kleinen Kindern. Der Urlaub war der absolute Hammer, so viel sei schon mal verraten. Wir werden hier später noch mehr davon erzählen und Euch unsere Reisetipps – besonders wenn Ihr mit Kindern reist – verraten, da Kanada wirklich ein tolles Reiseziel mit Kindern ist.

So far so good!

Aber gleich Deutschland den Rücken kehren? Hmmm… Eigentlich geht es uns doch gut hier in unserem maritimen Hamburg. Aber das „Tor zur Welt“ mit seinem großen Hafen lässt uns immer wieder von der Ferne träumen, wenn wir so den großen Pötten hinterher schauen. Vielleicht ist es weniger der Wunsch, Deutschland den Rücken zu kehren, als nach Kanada zu ziehen. Uns treibt weniger der Unmut über die Zustände, noch weniger die Not (zum Glück!) nach Kanada zu gehen, sondern mehr unser Verlangen nach der wundervollen Natur und den liebenswerten Menschen in der Provinz Nova Scotia. Außerdem möchten wir unseren Jungs ( 6 und 3 Jahre alt) die Möglichkeit eröffnen, die beiden Landessprachen Englisch und Französisch zu erlernen. Das Tor zur Welt steht uns offen, eine Rückkehr nach Haus in den Heimathafen ist möglich, warum sollten wir es nicht jetzt wagen? In 4 oder 5 Jahren wären wir tatsächlich zu alt für den Express Entry, dieses recht wählerische Einwanderungsprogramm, in dem es möglichst viele Punkte zu erhaschen gilt. Und je jünger Du bist wenn Du Dich bewirbst, desto mehr Punkte bekommst Du für Dein Alter. (Dafür können wir alten Knacker mit Ausbildungen, Studienabschlüssen, mehrjähriger Berufserfahrung und eben auch Sprachkenntnissen punkten, aber ab einem gewissen Alter bekommt man halt weniger Punkte).

Peggy’s Cove Leuchtturm, Nova Scotia

Nach längeren Auslandsaufenthalten in den USA und Frankreich in meiner Jugend (lang, lang ist es her) ist nun ENDLICH Kanada unser erklärtes Ziel. Warum wir denn nun gleich „dahin“ ziehen wollen, werden wir ständig von Familie und Freunden gefragt. Na, is doch ganz klar: Weil es hier so viele Leuchttürme gibt, besonders den legendären Peggy’s Cove am wunderschönen Lighthouse Trail. 🙂 Ts, als wenn man abends auf der Couch einfach mal so den Entschluss fassen würde… Dank einschlägiger Auswanderungssendungen im TV denken wohl viele Mitbürger, dass Auswandern einfach nur aus Kofferpacken und One-Way-Ticket bestünde. Hahahahaha. Leider ist es nicht ganz so einfach.

Kanada ist sicherlich nach wie vor ein beliebtes Reiseziel für Deutsche, aber wir erfuhren auf unserem Weg zur permanent residency von Fachleuten, dass es in den letzten Jahren immer weniger Auswanderer aus Deutschland gibt. Deshalb war es für uns auch relativ schwierig, Informationen von Auswanderern aus Deutschland nach Kanada zu bekommen, besonders von denjenigen, die den Weg über den neuen Express Entry gegangen sind. Wir haben uns mühsam durch allerlei internationale Foren gelesen und letztendlich externe Hilfe angenommen, da wir aufgrund unserer Qualifikationen und des hohen Alters (ja ja…) mit der Fülle an Programmen schlichtweg überfordert waren. Aber dazu später mehr hier im Blog. Hier werdet Ihr unsere Tipps fürs Auswandern nach Kanada, speziell Nova Scotia, erhalten, uns quasi live bei unserer Auswanderung begleiten – allerdings ohne Fernsehteam, dafür mit Rat und, falls gewünscht, Videos. Hier werden wir über folgende Punkte informieren und beraten:

Express Entry
– Sprachtests (IELTS, TEF)
– Representative/Einwanderungsberaterin
– Medical Examination
– Travel History
– Address History
– Proof of Funds
u.v.m.!

Falls Ihr „nur“ mal im Urlaub nach Nova Scotia fahren wollt, werdet Ihr hier bei uns auch fündig, besonders wenn Ihr Kinder an Bord habt. Ahoi!

Bist Du ein Kellerkind? Nein? Falls Du planst, in Kanada zu leben, zu arbeiten oder zu studieren wirst Du vorher eventuell einige Zeit im Keller/auf dem Dachboden/… verbringen – je nachdem, wo Du wichtige Dokumente Deines Lebens aufbewahrst. Wenn Du noch jung bist gratulieren wir Dir herzlich, denn dadurch wird dieser Punkt für Dich vielleicht nicht ganz so intensiv, wie für uns alten Leute. Mit Ü40 sammelt sich ja nunmal so einiges an, manches wird auf Umzügen weg geschmissen oder verloren, und obwohl wir unsere Unterlagen einigermaßen geordnet hatten (also, jedenfalls für uns war da ne gewisse Ordnung) überraschte uns das Einwanderungsprogramm Express Entry immer wieder mit seinem Durst nach Informationen über uns, von denen wir niemals gedacht hätten, dass die mal relevant wären… Ein Beispiel? Die Travel History: Die Reisehistorie. Du reist gern? Rucksacktourist durch Europa/Südamerika/Asien? Noch vor Facebook und Co.? Glückwunsch!! Wir verabschieden uns an dieser Stelle von Dir für die nächsten Wochen in Deinen Keller/Dachboden/… und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen… Die kanadische Einwanderungsbehörde (Canadian Immigration and Citizenship, kurz CIC) möchte Dich vor einer eventuellen Einreise bzw. Einwanderung nämlich gern sehr gut kennen lernen, verständlicherweise. Demnach bist Du – zumindest beim Express Entry – dazu aufgefordert, ALLE (ja, alle!) Reisen Deines Lebens seit dem 18. Geburtstag aufzulisten, mit exaktem Ankunfts- und Abreisedatum…

I am Canadian

Das schreckt Dich nicht? Fantastisch. Dann bleibt am Ball bis zum nächsten Eintrag. Und such schon mal Deine Pässe…ja, auch die alten! 🙂

 

Umzug nach Kanada

Der große Tag29. Juli 2018
Goodbye Hamburg!
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