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Weihnachten in Kanada

Weihnachten in Kanada

Am Lagerfeuer: Unser erstes Weihnachtsfest in Nova Scotia

Wann kommt der Weihnachtsmann? Diese Frage beschäftigt bestimmt jedes Jahr Millionen von Kindern auf der ganzen Welt. Unsere Jungs fragten auch immer wieder, aber so richtig beantworten konnten wir ihnen diese Frage nicht, da der Weihnachtsmann in Deutschland ja am Heiligabend kommt (oder das Christkind), in Kanada aber am Morgen des 25.12. Als Eltern fühlten wir uns hin- und hergerissen, eigentlich wollten wir lieber alles beim Alten lassen, aber dann erklärte uns unser Großer, dass der Weihnachtsmann aufgrund der langen Anreise aus Lappland doch erst am 1. Weihnachtstag da sein könne. So hatte er es seit Jahren in dem großartigen Buch von Mauri Kunnas „Wo der Weihnachtsmann wohnt“ gelesen, und so ist es dann auch gekommen.

Heiligabend in Kanada

Nachdem unsere Oma am 21.12. aus Deutschland angereist war stand erstmal alles im Zeichen der letzten Vorbereitungen für das große Fest. In Kanada hatten die Geschäfte bis um 17:00 geöffnet, dafür waren am 25. und 26. fast alle geschlossen. Am Heiligabend haben wir noch Omas Paket von der Post abgeholt, das sage und schreibe 4,5 Wochen nach Kanada gebraucht hatte. Wir entschieden kurz entschlossen, dieses Paket am Heiligabend öffnen zu lassen. Ansonsten würden wir, wie vom Sohn erklärt, erst am 25. die Geschenke öffnen.

Nach dem traditionellen Toast Hawai zum Mittagessen sind wir nachmittags hübsch angezogen zum Familiengottesdienst in die wunderschöne St. John’s Anglican Church in Lunenburg gegangen. Die Kirche ist vor ein paar Jahren bei einem furchtbaren Feuer fast komplett abgebrannt, aber zum Glück haben die Lunenburger ihre Kirche wieder aufgebaut. St. John’s war die erste Kirche, die 1754 in Lunenburg gebaut wurde und deren Gemeinde vor allem deutsche Lutheraner angehörten. Am Heiligabend war die Kirche, die interessierte Besucher auch zu anderen Zeiten mit (sehr zu empfehlen!) oder ohne Führung besichtigen können, dank der weihnachtlichen Dekoration noch festlicher als sonst.

St. John’s Anglican Church in Lunenburg, Christmas Eve

Am Abend holten wir Omas großes Paket hervor und die Kinder freuten sich über zwei riesige Schokoladenadventskalender und kleine Pixiebücher. Die Jungs vergassen auch nicht, dem Weihnachtsmann Muffins und Milch sowie den Rentieren ein paar Möhren hin zu stellen. Nachdem sich alle in ihre Weihnachtspyjamas gekuschelt hatten, ging es schnell ins Bett, während wir Erwachsenen mithilfe des „Santa Trackers“ den Flug des Weihnachtsmanns auf dem Bildschirm verfolgen konnten. Lange blieben wir aber nicht auf, weil wir erwarteten, dass die Kinder vor lauter Aufregung nicht sehr lange schlafen würden…

Muffins and milk for Santa Claus, carrots for the reindeer
Santa Tracker 2018

Der 1. Weihnachtstag – Bescherung

Während die Kinder in Deutschland schon lange ihre Geschenke ausgepackt hatten – so konnten wir es auch auf den sozialen Medien verfolgen – schliefen unsere Kinder selig bis 7:30! Das war für uns ein schönes Weihnachtsgeschenk. Brav warteten sie, sodass wir alle gemeinsam zum Tannenbaum laufen konnten und freuten sich riesig über ihre Geschenke. Der Weihnachtsmann hatte sogar von den Muffins abgebissen und die Milch ausgetrunken!

Ich muss sagen, wir fanden diese neue Tradition gar nicht so schlecht! Alle saßen im Pyjama unterm Baum und die Kinder hatten den ganzen Tag Zeit, ihre neuen Spielzeuge auszuprobieren während wir „den Vogel“ zubereiteten. Die Bescherung am Heiligabend ist zwar sehr festlich und schön, aber wir fanden es auch sehr gemütlich, abends nach der Kirche nicht noch die Kinder ablenken zu müssen. Die Geschenke wurden halt nachts vom Weihnachtsmann gebracht, fertig aus! Da die Kinder dieses Vorgehen ja gewünscht hatten, war es für uns auch völlig in Ordnung, so zu feiern.

Tannenbaum Lobster Reusen Lichter
Der legendäre Weihnachtsbaum aus Hummer-Reusen in Lunenburg

Nur der Schnee ließ leider erfolglos auf sich warten. Dafür kam er ein paar Tage später und die Kinder konnten draußen Schlitten fahren. Was für eine Freude!

Schlittenfahren vor der Haustür – unser Leben in Nova Scotia!

Wir wünschen Euch, ein frohes Weihnachtsfest gehabt zu haben!

Wie habt Ihr Weihnachten verbracht? Habt Ihr es Euch auch gemütlich gemacht oder war es dieses Jahr eher stressig?

Weihnachtstress: Slow down!

Weihnachtstress: Slow down!

Mach doch mal langsam! Leichter gesagt, als getan! Wir wollen doch noch so viel erledigen vor Weihnachten!! Schnell, ja schnell! den Tannenbaum kaufen, aufstellen (ohne dass er nachts wieder umkippt, ne?), schmücken – oh mannomann wo sind eigentlich die Christbaumkugeln? Plätzchen backen, mit den Kollegen auf den Weihnachtsmarkt und schnell noch nebenbei die Versicherung ändern, denn das geht nur noch bis zum 31.12.!!! Das Geschenk für die Lehrerin (Spaß), den Hausmeister, die Nachbarin muss auch noch gekauft werden, aber selbstgemacht ist doch viel schöner… Schnell schnell eine Nachtschicht, und morgen fix zur Post, damit alles noch rechtzeitig ankommt … Ein Gehetze, ein Gedränge, und der Magen knurrt und murrt, weil der ganze Stress und die Weihnachtsleckereien auf die Gedärme drücken.

Kinder und Schule in der Weihnachtszeit

Zugegeben, ich bin grad auch nicht besser! Zwei Weihnachtskonzerte in einer Woche, heulige Kinder statt heilige Nacht, und dann kommt noch die Liste mit den Motto-Tagen aus der Schule. In der letzten Schulwoche vor Weihnachten passiert wohl nicht mehr so viel in Kanada, sagt man mir. In Deutschland haben wir natürlich bis zur letzten Minute brav qualitativ hochwertigen Unterricht gemacht (wir haben schließlich keine Zeit!), und wenn Kinder am letzten Schultag vor den Ferien fehlen, dann ruft schon mal der Direx zuhause an. Hier fahren manche Familien quer durch Kanada, um mit der Familie in Alberta oder Manitoba Weihnachten zu feiern. Dafür hat hier jeder Verständnis. Manche fahren vielleicht auch nach Florida, um zu entspannen. Auch gut. Wir werden daran erinnert, die Kinder bitte rechtzeitig abzumelden, falls sie nun nicht mehr kommen. Wollen sie aber gern, denn jetzt kommt ja der Weihnachtsspaß! Der Busfahrer überbringt uns die frohe Botschaft, dass wir morgens 10 Minuten länger schlafen können, weil er einen Teil der Route nicht mehr anfahren muss. Hurra! Die Klassen werden immer kleiner, und die Kinder bringen eine Motto-Liste mit. Nächste Woche ist jeden Tag ein anderes Motto, um sich zu verkleiden. Am Montag dürfen alle im Pyjama kommen, am Dienstag ist „Ugly Christmas Sweater“-Tag, usw und so fort. What? Wir haben keine flauschig-coolen Pyjamas, und wo gibt es die Ugly Christmas Sweater?

ugly Christmas pyjama
Skiing Reindeer pyjama

Weihnachtsvorbereitung in Kanada 

Mein (Weihnachts-)Mann wird in die nächste Mall gezerrt, die ausnahmsweise mal so richtig voll ist (also nicht so wie an einem normalen Wochentag in Hamburg, aber fast) und dann wird geshoppt. Der (Weihnachts-)Mann jammert ein bißchen, als der Stapel Weihnachtsklamotten auf seinem Arm immer höher wird, aber sein Gewimmer geht im allgemeinen Gemurmel und der Weihnachtsdudelei unter. Am Ende besitzen wir nun alle Weihnachtspyjamas aus Flannel, Ugly Christmas Sweaters, und die Kinder haben für den Motto-Mittwoch an der Schule jeweils eine Weihnachtsmann-Mütze bekommen. Puh, das ging ja gerade nochmal gut. Die Party kann steigen. 

Have yourself an Ugly Christmas Sweater

Der (Weihnachts-)Mann hat nun Hunger, so höre ich es dumpf aus dem Klamottenstapel. Apropos, wir haben noch keinen Truthahn!! Schnell schnell zur Farm und einen Truthahn (free range, versteht sich) kaufen. Bevor es vielleicht keinen mehr gibt! Da wir immer noch keinen Tannenbaum gekauft haben – Kinder und Mann haben letztes Wochenende gestreikt und wollten unbedingt gemütlich zuhause bleiben und Tannenbaumanhänger anmalen, ts – träume ich nachts davon, dass wir am 24.12. endlich losgehen und nur noch der kreischig pinke Tannenbaum von Crabby-T zu kaufen ist… Schweißgebadet wache ich auf. Schnell schnell, weiter gehts…

Kommt Weihnachtszeit, kommt Rat

Pünktlich zur Weihnachtszeit kommen sie wieder, die Ratgeber. Denn nach Weihnachten kommt die Reue, viel zu dick sind wir, und viel zu faul. „Wie Du Dein Leben auf die Reihe kriegst, in nur 14 Tagen!“, lauten die Buchtitel. Oder: „Endlich den Weihnachtsspeck loswerden!“. Früher hat man sich Weihnachten den Bauch vollgeschlagen, um den richtig kalten Winter im Januar und Februar zu überleben. Heute müssen wir schnell schnell wieder zurück zur Bikinifigur, in nur 5 Tagen. Darf ich Dir einen Rat geben? Lot mi to Freden! (Lass mich in Frieden!)

Gute Vorsätze Ratgeber Stress slow down
Eisblumen im Sonnenaufgang

Langsam für ein Leben lang

Wir leben in unserem Traumland Kanada, das gerade jetzt wieder wie die Kulisse eines Wintermärchens wirkt. Schnell schnell gibt es hier eigentlich gar nix, und genau das wirkte bislang wie ein Segen auf uns alle. Irgendwie hat es mich dann aber doch wieder gepackt, die Eile, das schlechte Gewissen, das schnell schnell. Vor Wochen hab ich mich um eine Lehrerlaubnis für die Tätigkeit einer Vertretungslehrerin bemüht, die deutschen Behörden waren superschnell und hilfsbereit. Die Übersetzer der Dokumente waren schnell (und sehr teuer). Die kanadischen Behörden sind sehr freundlich, und so wurde mir gestern am Telefon fröhlich mitgeteilt, dass meine Unterlagen in den letzten sechs Wochen noch nicht einmal angeguckt werden konnten. Wie bitte? Vor Weihnachten passiert jetzt erstmal nix mehr. Ob ich wohl noch Kurse machen muss, um das Zertifikat zu erhalten? Das werde ich wohl erst 2019 erfahren, irgendwann. Denn da ist es plötzlich wieder, das SLOW DOWN. Abrupt hält für uns das Weihnachtskarussel an, alles dreht sich nun in meinem Kopf. Ich merke, dass ich nur schwer von dem schnell schnell weg komme. Mir wird flau in der Magengrube, und am liebsten möchte ich schreien. Jemand sagt mir, dass diese Dinge eben Zeit brauchen, aber dann gelten sie ein Leben lang. Ein Leben lang. Puh, durchatmen, Weihnachtsmütze aufsetzen und mit dem (Weihnachts-)Mann im Ugly Christmas Sweater kuscheln. Und das gern ein Leben lang.

Wir wünschen Euch einen fröhlichen 3. Advent! Wie erlebt Ihr die Vorweihnachtszeit? Seid Ihr am Hetzen oder geht Ihr es ruhig an? Habt Ihr Ideen für einen Ratgeber, der unbedingt geschrieben werden sollte? 

Umzug nach Kanada

Der große Tag29. Juli 2018
Goodbye Hamburg!
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